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Am 15.09.2010 um 19:30 Uhr findet das nächste Treffen im Hamburger Hof, Brunsbüttel-Süd statt.

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Giftstoffemissionen (Beispiele) Drucken E-Mail

Eine Datenauswertung (2004) des Europäischen WHO-Zentrums für Umwelt und Gesundheit, Büro Bonn kam zu folgenden Ergebnissen:

  • Feinstaub generell erhöht für Kleinkinder von unter einem Jahr das Atemtodrisiko. Er wirkt sich auf die Entwicklung der Lunge aus, verschlimmert Asthma und bei Kindern  wird Husten und Bronchitis verursacht.
  • Feinste Staubpartikel (PM2,5) können bis tief in die Lunge eindringen und die Lungenbläschen erreichen. PM 2,5 beeinträchtigen ernsthaft die Gesundheit und lassen bei Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen  sowie Lungenkrebs die Todesraten ansteigen. Mit erhöhten Feinststaubkonzentrationen nimmt das Risiko für Akuteinweisungen aufgrund von Herz-Kreislauf- und Atemwegsbeschwerden zu.
  • Wie die Krankenhausstatistik zeigt, beeinflusst Feinstaub (PM10) die Morbidität in Bezug auf Atemwegserkrankungen.

Der Zusammenhang von Feinstaub mit der Mortalität zeigt sich bei einem Anstieg der langfristigen PM2,5-Konzentration um jeweils 10 µg/m3 Luft am deutlichsten. Für die allgemeine Sterblichkeit bedeutet ein solcher Anstieg jeweils eine Zunahme um 6 Prozent, für Herz-Kreislauf-Erkrankungen liegt das geschätzte relative Sterberisiko bei 12 Prozent und für Lungenkrebs bei 14 Prozent.

Untersuchungen zeigen den starken Einfluss der PM2,5-Konzentration auf die Sterblichkeit.
Aus Gründen der Gesundheitsvorsorge hält die Weltgesundheitsorganisation (WHO) 20 µg/m3 Feinstaub (PM10) für gerade noch tolerabel. Der Grenzwert in der Schweiz beträgt 20 µg/m3, in Deutschland 40 µg/m3. An Messstationen in Brunsbüttel und Itzehoe-Oelixdorfer Straße werden schon jetzt Jahresmittelwerte von über 20  µg/m3 gemessen. Der Jahresmittelwert in der Itzehoer Lindenstraße liegt knapp unter 30 µg/m3. Nach europäischen Richtlinien dürften diese Kraftwerke hier nicht gebaut werden.

Anmerkung: PM steht für den englischen Terminus particulate matter.

  • PM10: aerodynamischer Durchmesser unter 10 µm. PM10 verschwinden binnen Stunden durch Ablagerung und Niederschlag aus der Atmosphäre.
  • PM 2,5: aerodynamischer Durchmesser unter 2,5 µm. PM 2,5 können Tage und Wochen in der Atmosphäre schweben und über weite Strecken transportiert werden.


Kohlenmonoxid (CO) ist sehr, sehr giftig; bereits 0,2 Prozent in der Atemluft sind tödlich. Dieses Gas ist fast ebenso schwer wie Luft. Kohlendioxid (CO2) ist 1,5-mal so schwer wie Luft und sammelt sich am Boden von Brunnen, Höhlen und in Tälern. Luft wird ab einem Kohlendioxidgehalt von über 3 Prozent giftig. Bei Leckagen von unterirdischen Speichern würde sich CO2 wie ein tödlicher Teppich auf die Landschaft legen und alles ersticken. Stickstoffdioxid (NO2) ist ebenfalls sehr giftig. Schwefeldioxid (SO2) ist ein stechend riechendes, hustenreizendes Gas, das bleichend auf viele Farbstoffe wirkt.

Bei der Verbrennung von Kohle, Erdöl und Müll gelangt Cadmium in die Atmosphäre und von dort in den Boden. Pflanzen nehmen das Schwermetall hauptsächlich über die Wurzeln aus dem Boden auf, so dass auch gründliches Waschen den Cadmiumgehalt der Lebensmittel nicht senken kann. Eine chronische Cadmiumvergiftung kann zu Bluthochdruck, Nieren- und Leberschäden führen. Als Folge kann eine Krebserkrankung nicht ausgeschlossen werden. In Gewässern stört Blei die Fortpflanzungsfähigkeit von Fischen.

Quecksilber wird bei der Verbrennung von Steinkohle und Müll emittiert. In Deutschland sind Fische aus einigen großen Flüssen (z. B. Elbe, Weser) teilweise stärker mit Quecksilber kontaminiert. Langjährige Belastungen mit Quecksilber können beim Menschen Gehirn-, Nerven-, Leber- und Lungenschäden verursachen.

Durch den Kamin werden große Mengen an Kupfer emittiert. Schafe sind gegenüber Kupfer in ihrer Nahrung sehr empfindlich. Diese Tierart trägt zur Sicherheit der heimischen Deiche bei. Können diese nicht mehr durch Schafe beweidet werden, leidet die Deichsicherheit.
Dioxine und Furane entstehen bei einer Vielzahl von Verbrennungsprozessen. Dioxinverbin-dungen können unspezifische Schädigungen von Leber, Zentralnerven-, Hormon- und Im-munsystem verursachen. Aus umweltmedizinischer Sicht ist die Anreicherung über die Nah-rungskette, besonders in Milch, Fleisch, Eiern und Fischen sowie daraus hergestellten Produkten von größter Bedeutung. Die WHO hat Dioxine als krebserregend eingestuft. Bereits jetzt warnt das Landwirtschaftsministerium in Kiel vor dem Verzehr von Schafslebern. Da die Region Unterelbe schon jetzt mit Dioxin überbelastet ist, dürften die Kohlekraftwerke hier nicht gebaut werden.

Bei vergleichbarer Erzeugung elektrischer Energie geben Kohlekraftwerke mehr radioaktive Stoffe an die Umwelt, als Kernkraftwerke bei störungsfreiem Betrieb. Gemäß Strahlen-schutzkommission handelt es sich bei den von Kohlekraftwerken nach der Filterung über den Kamin emittierten Stoffen vor allem um radioaktive Isotope verschiedener Elemente. Diese sind in der Steinkohle enthalten. Die über den Schornstein gro߬flächig verteilten Radionuklide können über die Atemluft oder über die Nahrung in den men¬schlichen Körper gelangen. Diese Alphastrahlung ist um den Faktor 20 biologisch wirksamer (gefährlicher) als die Beta- oder Gammastrahlung, wenn sie im Innern des menschlichen Körpers zur Wirkung kommt und dabei eventuell Krebserkrankungen auslöst.

Laut Anträgen werden für das IHKW und die vier Kraftwerksblöcke 600 Lkw täglich (!) erwartet. Hinzu kommen noch die Pkw der Angestellten, die Kohleschiffe und die Bahnwaggons mit zusätzlichem Lärm und weiteren Schadstoffen.

Würden alle Kraftwerke gebaut, kämen folgende Belastungen auf die Bürger und die Natur der Umgebung zu:
Zusätzliche Lkw pro Tag: ca. 600

  • Brennstoffmenge: ca. 9,5 Mio. Tonnen Steinkohle pro Jahr
  • Kühlwasserbedarf: 440.000 m³ pro Stunde (= eine Säule von 100 mal 100 m, 44 m hoch!)
  • Kohlendioxid:    SWS: ca.10 Mio. t    GDF Suez: 5,65 Mio. t    Getec: ca. 5 Mio. t        IHKW: 200.000 t      d. h. in der Summe über 20 Mio. t CO2 /Jahr!
  • Feinstaub: 1035 t pro Jahr
  • Schwefeldioxid: 9300 t pro Jahr
  • Quecksilber: 1900 kg pro Jahr
  • Dioxine/Furane: 5 g pro Jahr


Weitere Schadstoffe, die aus Steinkohlekraftwerken emittiert werden, siehe PDF „Beantragte Schadstoffemissionen“ unter „GDF Suez“ und PDF „Übersicht über geplante Kraftwerke im Raum Brunsbüttel“ unter „Downloads“.

 
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